Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Reinsfeld


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Rauchende Trümmer, schreiende Verletzte

REINSFELD

Ein Flugzeug stürzt über Reinsfeld ab. Mehr als 350 Rettungskräfte aus dem gesamten Landkreis sammeln sich im Hochwald, um 50 Verletzte zu bergen und zu versorgen. Die Menschen geraten in Panik: Viele laufen auf die Straßen und sehen eine endlose Kolonne von Rettungsfahrzeugen. Zum Glück ist alles nur eine Übung.

Die Feuerwehrmänner und Sanitäter erfuhren erst vor Ort, dass es sich um eine Übung handelt.Foto: Sandra Pollok Die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk (THW), die Rettungsteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes üben den Ernstfall regelmäßig. Oft sind solche Übungen vorher bekannt, was dem Einsatz einen großen Teil des Adrenalinstoßes nimmt. Am Samstag wusste jedoch niemand von der von Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander angesetzten landkreisweiten Großübung. Jeder Brandbekämpfer, Sanitäter und Notarzt musste von einer echten Katastrophe ausgehen. So ging es auch den Einwohnern von Reinsfeld.

Schock am Samstagnachmittag

Ein ganz normaler Samstagnachmittag: Feuerwehrmänner machen es sich auf ihrer heimischen Couch gemütlich, die Reinsfelder Wehr streicht ihren Mannschaftsraum, Führungskräfte des Rettungsdienstes befinden sich auf einer Schulung in Bitburg. Dass es nicht bei der Ruhe bleibt, kann niemand ahnen.

Um 15.30 Uhr geht der Notruf ein. "Irgendwo im Wald zwischen Reinsfeld und Hinzert hat es geknallt", sagt die Anruferin. Vermutlich ein Flugzeugabsturz.

Fünf Minuten später werden zunächst die Hermeskeiler und die Reinsfelder Feuerwehr gleichzeitig alarmiert, sie sollen in den Wald nördlich von Reinsfeld fahren. Blitzschnell lassen die Wehrleute alles stehen und liegen, ziehen ihre Einsatzkleidung an und machen sich auf den Weg, denn sie alle rechnen mit dem Ernstfall. Kurze Zeit später wird nachalarmiert: Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem gesamten Landkreis werden zu dem ominösen Flugzeugabsturz gerufen.

Mit Blaulicht und Martinshorn eilen die Hilfskräfte durch Reinsfeld. Die Bürger der Hochwaldgemeinde sind geschockt, etliche stehen am Straßenrand und rechnen mit dem Schlimmsten.

Die Reinsfelder Feuerwehr trifft einige Minuten nach der Alarmierung am Unfallort ein. Überall sind Flugzeugteile verstreut, aus den Wäldern steigt Rauch auf, Verletzte schreien aus allen Richtungen um Hilfe. Zusammen mit drei Feuerwehrmännern aus Hermeskeil, die sich zum Zeitpunkt der Alarmierung auf dem Reinsfelder Sportplatz zwecks Überprüfungsarbeiten befanden, kümmern sie sich um einige Verletzte und löschen kleinere Brände. Sie sind heilfroh, als ihnen etwas später die Hermeskeiler Stützpunktfeuerwehr zur Hilfe kommt.

"50 Verletzte sind auf einer großen Fläche verteilt", erklärt der Kreisfeuerwehrinspekteur dem TV im Flüsterton, denn die Einsatzkräfte dürfen dies noch nicht wissen. Die Verletzten, allesamt aus Luxemburg, wurden am Morgen täuschend echt geschminkt und zum Ort des Geschehens gebracht.

Nach und nach treffen die nachalarmierten Wehren und Rettungsdienste ein - darunter auch Notärzte und Unfallseelsorger. Sie kommen nicht nur aus der Verbandsgemeinde Hermeskeil, sondern auch aus Kell am See, Waldrach, Kasel, Saarburg, Konz und sogar aus Schweich, Kordel, Newel und Welschbillig. Insgesamt sind über 350 Helfer drei Stunden lang im Einsatz. Mit dabei sind auch der Malteser-Hilfsdienst und das THW aus Hermeskeil und Saarburg, dessen Spezialität die professionelle Ausleuchtung des Unfallorts ist.

Ein Verkehrschaos bricht aus

Dadurch treten einige Probleme auf: Es gibt nur einen einzigen Zufahrtsweg durch den Wald zur Einsatzstelle. Der Weg ist sehr schmal, und aufgrund des Regens können nicht alle Fahrzeuge auf der dafür vorgesehenen Wiese parken. Verkehrschaos bricht aus - Fahrzeuge versperren nachkommenden Autos den Weg. "Das hätte besser organisiert sein müssen, denn eine solche Situation kann sich schließlich auch im Ernstfall ergeben", sagt Landrat Richard Groß, der die gesamte Übung gespannt verfolgt.

Um weitere Schwachstellen bei der Großübung aufzuzeigen, wird alles genau notiert: Funkgespräche, Ausrückzeiten und Ankunftszeiten der Rettungseinheiten sowie der gesamte Ablauf der Übung wird von der Landesbrand- und Katastrophenschutzschule Koblenz genau unter die Lupe genommen. "Das ist der Sinn einer solchen Übung: Schwachstellen aufzeigen und beheben", sind sich der Landrat und der Kreisfeuerwehrinspektor einig.