Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Reinsfeld



Die frühen Jahre

Am 10. 1. 1903 wurde durch den Bürgermeister Wallstein aus Hermeskeil und Vorsteher Johann Eiden (Volksname Gorges Hannes) aus Reinsfeld die Feuerwehr in Reinsfeld gegründet. 35 Männer meldeten sich und traten der Wehr bei, um des Nächsten Hab und Gut zu schützen. Als vorläufiger Wehrführer wurde der Ortspolizeidiener Hans beauftragt. Es wurden 12 Stück Hanf-Wassereimer gekauft und 1 Druckspritze mit Schläuchen angeschafft. Später wurde der Gast- und Landwirt Nikolaus Schirra zum Wehrführer gewählt, der die Wehrführung bis zum Jahre 1905 innehatte. Dann wurde der Schmiedemeister Johann Weber-Eiden zum Wehrführer bestimmt und derselbe führte die Wehr bis zum 20. 8. 1926. Die Großbrände in Reinsfeld zwischen den Jahren 1903 und 1926 waren folgende: Bei Johann Weber, Fabrikstraße, im Jahre 1905, bei Görgen in Reinsfeld, Heiligkreuz, 1906, bei Fa. A. v. Hammerstein 1911, bei Nikolaus Hans 1912, bei Nikolaus Scholer 1913, Gasthaus Ostermann in Höfchen 1913, großer Waldbrand bei Waidmannshejl 1916, bei Nikolaus Eiden-Philipps 1922, und verschiedene Waldbrände an der Bahnstrecke zwischen Reinsfeld und Kell. Am 20. 8. 1926 wurde in Reinsfeld eine Freiwillige Feuerwehr durch den Bürgermeister Freiherrn von Wendt aus Hermeskeil, Kreisbrandmeister Wolf aus Trier, und Vorsteher Nikolaus Kolz-Eiden aus Reinsfeld, gegründet. Als Wehrführer und Oberbrandmeister wurde von der Wehr Johann Jager-Eiden gewählt. Als dessen Stellvertreter wurde Nikolaus Rausch-Eiden, als Brandmeister Karl Manderscheid, der zugleich auch Schriftführer wurde, und als Kassierer Jakob Lenz bestimmt. Ferner wurde der bisherige Wehrführer Johann Weber-Eiden zum Ehren-Oberbrandmeister ernannt. Es wurden Löschmeister und Zugführer bestimmt: Peter Eiden-Müller, Peter Engler-Zimmer und Matthias Becker-Schell. Den Sanitätsdienst versahen die Wehrmänner Nikolaus Arend und Adam Neisfing. Als Wasserwarte wurden Johann Weber und Peter Kaup bestimmt. Es wurden neue Schläuche, 1 Schlauchwagen, 1 Leiterwagen, Leitern, Standrohre und Strahlrohre angeschafft, und die Feuerwehrmänner mit Uniformen ausgestattet.



Nach dem Krieg

In den Jahren 1928 bis 1935 wurde die Wehr von nachstehenden Brandmeistern geführt: Peter Eiden-Müller, Johann KolzAdams, Heinrich Eiden-Heck, Johann Herrloch und Peter Engler-Zimmer. Im Jahre 1935 erhielt die Wehr eine Motorspritze und ein neues Gerätehaus, welches mit der neuen Schule gebaut wurde. Im Jahre 1936 musste der Wehrführer Johann Jager-Eiden das Amt als Wehrführer infolge Krankheit niederlegen und es wurde Johann Herrloch zum Wehrführer und stellvertretenden Amtswehrführer ernannt. Im Jahre 1944 wurde der Wehrführer Johann Herrloch bei einem Bombenangriff tödlich verletzt und die Wehrführung übernahmen Peter Engler-Zimmer und Matthias Schuler. Bei den Fliegerangriffen auf den Trierer Raum im Dezember 1944 wurde die Reinsfelder Wehr mehrere Male mit ihrer Motorspritze in der Stadt Trier eingesetzt. Die Wehrmänner leisteten Übermenschliches, sie standen oft 2 - 3 Tage und Nächte in ununterbrochenem Einsatz, um ihren bedrohten Mitmenschen zu helfen. Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 gingen fast sämtliche Geräte und die Uniformen verloren. Die Stärke der Wehr wurde durch Kontrollratsbeschluß auf 15 Mann reduziert, so dass praktisch ein Brandschutz nicht gewährleistet war. Erst im Jahr 1950 gelang es dem Bürgermeister Hornetz mit Unterstützung des damaligen Amtsbürgermeisters Hang aus Hermeskeil, die Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld neu aufzustellen, nachdem seitens der Militärverwaltung die Stärkebeschränkung aufgehoben war. Zahlreiche junge Männer der Gemeinde stellten sich jetzt der Feuerwehr zur Verfügung und es konnte mit einem geordneten Dienstbetrieb begonnen werden. Von der Wehr wurde Johann Weber-Stüber als Wehrführer und als Brandmeister und Zugführer Nikolaus Rausch und Emil Eiden gewählt und von der Gemeindevertretung bestätigt. Die Gemeinde stattete die Feuerwehr mit modernen Löschgeräten aus, die sich im Laufe der Jahre bei zahlreichen Einsätzen innerhalb des Ortes und bei nachbarlicher Löschhilfe bestens bewährt haben. Als der langjährige Wehrführer Johann Weber die ehrenvolle Berufung zum Amtsbrandmeister der Amtsverwaltung Hermeskeil erhielt, wurde Hermann Schümer zum neuen Wehrführer gewählt. Der Kreisfeuerwehrtag 1960 des Landkreises Trier, mit dessen Ausrichtung die Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld beauftragt wurde, wird in der Geschichte unserer Feuerwehr ein Meilenstein sein und bleiben.



Zeit des Wachsens



Die Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld im Jahr 1953


Im Jahre 1963 legte Hermann Schömer sein Amt als Wehrführer nieder. Nach ihm übernahm Matthias Schuler die Wehr, die er bis 1967 leitete. Als Nachfolger wurde der langjährige Brandmeister Johann Zimmer zum Wehrführer gewählt. Durch gute kameradschaftliche Zusammenarbeit stellte die Wehr bei Brandeinsätzen ihr Können unter Beweis. Auch bei Wettkämpfen der Feuerwehren im Amtsbezirk konnten sie gute Erfolge verzeichnen. Da der Freiwilligen Feuerwehr Reinsfeld nur ein Anhänger mit Motorspritze zur Verfügung stand, der von einem Lastauto oder Traktor gezogen wurde, wirkte das sich oft nachteilig für die Brandbekämpfung aus, wobei es oft um Minuten ging. Besonders bei Waldbränden wurde dabei kostbare Zeit verloren. Die Gemeinde Reinsfeld bemühte sich schon seit Jahren für die Anschaffung eines Motorfahrzeuges. Durch einen ansehnlichen Betrag, den eine in Reinsfeld ansässige Firma (Firma Wollscheid, Transporte) stiftete, fiel der Gemeindevertretung die Beschaffung eines Motorfahrzeuges leichter. Im März 1973 fand in einer Feierstunde mit der Bevölkerung die Einweihung und Segnung des neu angeschafften Tanklöschfahrzeuges statt. Übergabe des 1. Tanklöschfahrzeugs im Jahr 1973. Der Freiwilligen Feuerwehr Reinsfeld gehören 34 aktive Wehrmänner an, die durch zahlreiche Übungen im Jahr bemüht sind, den guten Leistungsstand zu erhalten und zu verbessern, um immer in Bereitschaft zu sein, getreu dem Wahlspruch: "Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr". 1978 fand die Planung für den Bau eines neuen Gerätehauses in Reinsfeld statt. Damals hielt der Gemeinderat einen ehemaligen Stierstall für nahezu perfekt. Gesagt, getan. Ein Jahr später stellte das Innenministerium Rheinlandpfalz 67 000 Mark für den Neubau zur Verfügung. So konnte das Gerätehaus zwei Jahre später am Standort Flachsheide, wo es auch heute noch als solches genutzt wird, von Pastor Lanser eingeweiht werden. Im November 1979 erhielt die Reinsfelder Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), welches von Johannes Zimmer, Peter Schirra, Reinhold Stüber und Josef Arend in Gingen abgeholt wurde. Dem neuen Auto folgten im Jahr 1983 auch neue Funkmeldeempfänger (FME). So konnten die Reinsfelder Feuerwehrmänner im gleichen Jahr an der ersten Großübung am Hermeskeiler St.-Josef Krankenhaus teilnehmen. Schon bald kamen weitere Gerätschaften hinzu: Ein Jahr später war die Feuerwehr selbst in der Lage, sich ein eigenes Notstromaggregat anzuschaffen. 1987 bekam sie eine eigene Anhängeleiter 18 (AL 18) von der Hermeskeiler Wehr. 1988 kamen innerhalb der Reinsfelder Feuerwehr zwei weitere Gruppierungen zustande: Zum einen wurde die Reinsfelder Jugendfeuerwehr gegründet. Klaus Michels übernahm das Amt des Jugendwarts und wurde zwei Jahre später von Ralf Bock abgelöst. Manfred Brixius wurde Stellvertreter. Und zum anderen wurde ein Förderverein unter dem Vorsitzenden Johannes Zimmer und seinem Stellvertreter Karl-Heinz Schirra gegründet.



Die Wehr hat Tradition - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld



Die Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld im Jahr 1973


Wer erinnert sich nicht mehr an das schlimme Unwetter von 1990. Der Sturm Wiebke richtete viele Schäden an, so dass die Feuerwehrmänner mehrere Tage im Einsatz waren, um diese zu beseitigen. Grund zum Feiern gab es 1992: Johannes Zimmer wurde für sein 25-jähriges Dienst-Jubiläum als Wehrführer geehrt. Zwei Jahre später legte er sein Amt aus Altersgründen nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Karl-Heinz Schirra gewählt. Das 1O-jährige Bestehen von Jugendfeuerwehr und Förderverein im Jahr 1998 wurde gebührend gefeiert. Zu diesem Anlass fand eine große Schauübung der Feuerwehren aus Reinsfeld, Hinzert-Pölert und Beuren zusammen mit dem DRK Reinsfeld sowie der SEG Schweich/Föhren an der Sporthalle in Reinsfeld statt. Wie etliche andere Feuerwehren haben auch die Männer der Reinsfelder Wehr Silvester 1999 im Gerätehaus gefeiert. Aufgrund der Jahrtausendwende befürchtete man außerordentliche Vorkommnisse, die zum Glück ausblieben. Seit mehreren Jahren dachte man über die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges nach, was bisher aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren war. 2001 konnte dieses Vorhaben durch mehrere Sponsoren und dem Förderverein endlich verwirklicht werden. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein Doka-Pritschenfahrzeug, einem VW Bus mit einer Ladefläche, auf dieser Schlauchmaterial, Ölbinder und andere Dinge transportiert werden können.



Mannschafts- und Transportfahrzeug mit Ladefläche

Im Januar 2003 legte Karl-Heinz Schirra sein Amt als Wehrführer nieder. Andreas Wagner, der seit drei Jahren als Stellvertreter fungiert hat, wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Bernd Becker nahm das freigewordene Amt als stellvertretender Wehrführer an. Im Zuge der Jahreshauptversammlung wurden Ralf Bock und Frank Eiden zu Gruppenführern gewählt. Im gleichen Jahr feierte die Freiwillige Feuerwehr Reinsfeld ihr 100-jähriges Bestehen. Die Festtage zu diesem Ereignis wurden mit dem 15-jährigen Bestehen der Jugendwehr und den Feuerwehrtagen der Verbandsgemeinde verbunden. Zu diesem Zeitpunkt waren 38 Männer in der Reinsfelder Feuerwehr aktiv, die durch zahlreiche Übungen bemüht sind, ihren guten Leistungsstand ständig zu verbessern.



Ein neues und ein gebrauchtes Fahrzeug



 
Löschgruppenfahrzeug
 
 
 
Tanklöschfahrzeug

Am 22.12.2006 reist eine Delegation der Feuerwehr Reinsfeld zusammen mit Wehrleiter Toni Bonerz nach Dissen im Teutoburger Wald um bei der Fa. Schlingmann ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 in Empfang zu nehmen. Dieses Fahrzeug erhöht nachhaltig die Einsatzwertigkeit der Wehr. Neben den Fahrzeugkosten von 161.000€, welche von der VG Hermeskeil getragen-  und vom Land bezuschusst worden sind, beteiligte sich der Förderverein der Feuerwehr Reinsfeld durch die Beschaffung von Zusatzausrüstung im Wert von rd. 17.000€ an diesem Fahrzeug.

Im Dezember 2006 ging nach 45-Jahren Einsatzdienst das TLF der Reinsfelder Wehr in den Ruhestand. Das Fahrzeug wurde in einer kleinen internen Feier an das Feuerwehrmuseum Hermeskeil übergeben. Hier wird es zu Ausstellungszwecken restauriert und kann in Zukunft interessierten Besuchern zu Anschauungszwecken präsentiert werden.

Parallel dazu wurde das bisherige Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Hermeskeil an die Feuerwehr Reinsfeld übergeben und von den Kameraden in vielen Arbeitsstunden für die örtlichen und überörtlichen Einsatzzwecke umgebaut. Es wurden verschiedene zusätzliche Gerätschaften verlastet und zu guter Letzt erhält das Fahrzeug noch eine neue Lackierung.



Eine neue Führungsstruktur

 



Neuwahl des stellv. Wehrführers

Im Januar 2008 legte Bernd Becker sein Amt als stellvertretender Wehrführer nieder. Frank Eiden, der seit einigen Jahren als Gruppenführer fungiert hat, wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Am 5. und 6. Juli feiert die Jugendfeuerwehr ihr 20-jähriges Bestehen mit einem "Tag des Rettungswesens" und einem "Tag der Jugendfeuerwehr".